Die Bauleistungsversicherung – unabdingbar auch für Bauunternehmer

Die Bauleistungsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen rund um den Bau einer Immobilie. Sie ist dabei aber nicht nur für den Bauherren selbst wichtig, auch die beteiligten Baufirmen können von der Bauleistungsversicherung profitieren .

Die Bauleistungsversicherung sichert den Bau gegen Schäden ab, die unvorhersehbar entstehen. Dabei gibt es keine Einschränkung auf bestimmte Gefahren und nur wenige Ausschlüsse, die in den Bedingungen abschließend genannt sind. Die Bauleistungsversicherung zahlt nicht für Schäden, die durch die Feuergefahr entstehen. Dazu gehören neben der reinen Brandgefahr auch Schäden durch Blitzschlag, den Anprall von Flugkörpern und Explosionen. Die Bauleistungsversicherung ist also praktisch eine Allgefahrendeckung.

Rechtliche Regelungen bei Schäden am Bauobjekt

Der Gesetzgeber unterscheidet bei Schäden am Rohbau zwischen zwei verschiedenen Kategorien: Es gibt unabwendbare Ereignisse und sonstige Ereignisse. Zu den unabwendbaren Ereignissen gehören zum Beispiel Unruhen und Kriege, aber auch außergewöhnliche Witterungsereignisse. Wird die Immobilie durch diese Ereignisse beschädigt, muss der beteiligte Bauunternehmer die Schäden beheben, darf die zusätzlichen Kosten aber dem Bauherren in Rechnung stellen. Zu den sonstigen Ereignissen zählen zum Beispiel ungewöhnliche Witterungseinflüsse. Schäden dadurch muss der Bauunternehmer ebenfalls beheben, bleibt aber auf den zusätzlichen Kosten sitzen. Die Bauleistungsversicherung schützt daher nicht nur den Bauherren vor finanziellen Verlusten, sondern auch den Bauunternehmer, da eine Leistung bei beiden Kategorien erfolgt.

Unterscheidung zwischen ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Witterungsereignissen

Ungewöhnliche Witterungsereignisse liegen immer dann vor, wenn unter normalen Umständen nicht mit einem Ereignis gerechnet musste. Dazu gehören zum Beispiel sehr starke Stürme im Herbst oder Gewitter mit ergiebigem Starkregen im Sommer. Beides sind Witterungsereignisse, die in den jeweiligen Jahreszeiten öfter auftreten können, aber für eine tatsächliche Beschädigung ungewöhnlich stark ausfallen müssen. Zu den außergewöhnlichen Witterungsereignissen zählen in Deutschland zum Beispiel Erdbeben in nicht erdbebengefährdeten Gebieten oder Tornados.

Können auch Bauunternehmer eine Bauleistungsversicherung abschließen?

Wenn der Bauherr keine Bauleistungsversicherung abschließen möchte, haben auch Bauunternehmer die Möglichkeit, eine spezielle Bauleistungsversicherung abzuschließen. In dieser gilt dann nicht der gesamte Rohbau versichert, sondern ausdrücklich nur die Leistungen, die der Bauunternehmer erbringen soll. Dadurch kann der Unternehmer zusätzliche Kosten für die Behebung von Schäden vermeiden, für die der Bauherr keinen Ersatz leisten muss. Der Leistungsumfang ist derselbe wie bei der Bauleistungsversicherung für Bauherren, mit einer gesonderten Vereinbarung kann auch das Auftraggeberrisiko des Bauherrens mitversichert werden. Einige Versicherer erheben dafür einen Zuschlag, bei anderen Gesellschaften ist der Einschluss beitragsfrei.

Kosten für die Bauleistungsversicherung

Zur Ermittlung der Prämie in der Bauleistungsversicherung gibt es zwei entscheidende Faktoren. Der grundlegende Prämiensatz basiert auf der Bausumme der gesamten Immobilie, bei der Bauleistungsversicherung für Unternehmer dementsprechend auf die gesamte Summe der zu erbringenden Leistungen. Sind besondere Gründungsmaßnahmen für den Bau notwendig, erhöht sich die Prämie um einen Zuschlag. Besondere Gründungsmaßnahmen sind zum Beispiel erforderlich, wenn der Grundwasserspiegel auf dem Grundstück abgesenkt werden muss, um das Fundament für einen Keller zu gießen. Dasselbe gilt, wenn der Untergrund zu weich ist, so dass eine Pfahlgründung notwendig ist. Der Zuschlag fällt von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich hoch aus. In der Regel ist in der Bauleistungsversicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart. Je nach Bausumme kann die SB zwischen 150 € und 2.500 € liegen. Detaillierte Informationen und einen Preisvergleich finden Sie auf bauleistungsversicherungen.org.

Grundsätzlich ist die Bauleistungsversicherung eine Versicherung gegen Einmalbeitrag. Ist dieser bezahlt, besteht der Versicherungsschutz während der gesamten Bauzeit. Die meisten Versicherer beschränken den Versicherungsschutz aber auf zwei Jahre. Nach Ablauf der zwei Jahre kann der Versicherungsschutz in der Regel verlängert werden, wenn die Bauphase noch nicht abgeschlossen ist. Viele Versicherungsunternehmen fragen den voraussichtlichen Bauzeitraum schon bei der Antragsstellung ab und melden sich selbstständig kurz vor dem angegebenen Datum und bitten um eine Information zum Baufortschritt. Ist das nicht der Fall, sollte sich der Versicherungsnehmer auf jeden Fall vor Ablauf des Versicherungsschutzes bei der Versicherungsgesellschaft melden und um Verlängerung bitten. Damit lässt sich ein Erlöschen des Versicherungsschutzes verhindern.